Private Equity
Der Begriff "Private Equity" lässt sich am besten mit "Privates Beteiligungskapital" ins Deutsche übersetzen. Es handelt sich hierbei um die nichtbörsliche Beteiligung am Eigenkapital von Unternehmen. Laufende Verzinsungen oder regelmäßige Dividenden stehen bei dieser Anlageform eher im Hintergrund.
Der Private-Equity-Investor erwirtschaftet seine Erträge typischerweise über die Wertsteigerung der Beteiligung bis zur Wiederveräußerung (Exit). Der Exit erfolgt zumeist durch einen Börsengang oder den Verkauf an ein Unternehmen (sog. "Trade Sale"). Anders als bei Aktien börsennotierter Gesellschaften findet kein geregelter Handel dieser Anteile statt.
Zugang für Privatanleger über Dachfonds
Privaten Anlegern blieb der Zugang zu derartigen Beteiligungen in der Vergangenheit schon aufgrund der hohen Mindestbeteiligungssummen von mehreren Millionen Euro verwehrt. Über Dachfonds, die das Kapital vieler Investoren bündeln, um es einer Auswahl der erfolgreichsten Private-Equity-Gesellschaften zur Verfügung zu stellen, können sich Investoren in diesem Anlagesegment engagieren.
Marktentwicklung
Bis Juni 2007 hielt zunächst der Trend zu immer größeren Deals und beständig wachsenden Transaktionsvolumina an. Diese Phase war durch Erfolge und lang anhaltendes profitables Wachstum der Private-Equity-Branche geprägt. Beteiligungen aus dieser Ära sind gekennzeichnet durch einen umfangreichen Einsatz von Fremdkapital, da die Banken freigiebig Darlehen gewährten und mit geringen Auflagen versahen. Das zog hohe Bewertungen der zu übernehmenden Unternehmen nach sich.
Subprime-Krise
Das Aufkeimen der sogenannten Subprimekrise im Juli 2007 ließ die Marktteilnehmer kritischer auf das Geschehen an den Märkten blicken. Mit der schwindenden Euphorie sank zunehmend die Neigung der Banken, Finanzierungen für große Unternehmensübernahmen zur Verfügung zu stellen. Dadurch wurden bei Unternehmensbeteiligungen höhere Eigenkapitalanteile notwendig, und die Bewertungen potentieller Übernahmekandidaten näherten sich wieder einem im historischen Verlauf eher durchschnittlichen Niveau an.
Finanzmarktkrise
Mit der Insolvenz von Lehman Brothers im September 2008, einer der bis dahin bedeutendsten Investmentbanken der Welt, erreichte die Krise ihren vorläufigen Höhepunkt und stellte eine Bedrohung für das gesamte Finanzsystem dar. Infolge der mangelnden Verfügbarkeit von Fremdkapital für Übernahmefinanzierungen war die Aktivität am Private-Equity-Markt nahezu zum Stillstand gekommen. Wie die meisten Unternehmen sind auch viele Private-Equity-finanzierte Unternehmen durch sinkende Auftragseingänge, Umsätze und Gewinne betroffen. Verstärkend kommt hinzu, dass Übernahmen von Unternehmen durch Private-Equity-Fonds immer auch mit Fremdkapital finanziert werden, das üblicherweise von Banken bereitgestellt wird. Daher trifft die mit der Finanzmarktkrise einhergehende Verknappung von Krediten diese Unternehmen besonders.
In jeder Krise stecken Chancen
Ungeachtet der dargestellten Lage des Private-Equity-Marktes kann davon ausgegangen werden, dass das klassische Private-Equity-Geschäft wieder an Attraktivität gewinnen wird. Die Kaufpreise für potentielle Portfoliounternehmen sinken, und die Verfügbarkeit von Bankfinanzierungen dürfte sich mittelfristig normalisieren. Private-Equity-Gesellschaften, die ausreichend freie Mittel für Investitionen zur Verfügung haben, werden in den nächsten Jahren aufgrund der niedrigen Bewertungen lukrative Beteiligungen erwerben können. So zeigt die Vergangenheit, dass die höchsten Renditen im klassischen Private Equity in Zeiten des wirtschaftlichen Abschwungs erzielt wurden. Insgesamt sind sich Marktexperten darin einig, dass die Krise zu einer Normalisierung des Marktes beitragen wird und Investoren in diesem Bereich ein breites Spektrum an interessanten Investitionsmöglichkeiten eröffnet.
Nordcapital-Private-Equity-Fonds
Das Private-Equity-Geschäft managt Nordcapital über die equitrust AG, an der sie zu 100 % beteiligt ist. Bis heute wurden 9 Private-Equity-Fonds mit einem Investitionsvolumen von rund € 200,0 Mio. aufgelegt.
Stand: 30.07.2009

