Offshore
Energiebedarf und Ölpreisentwicklung
Das Wachstum des weltweiten Energieverbrauchs hat sich von durchschnittlich 1,1 % p.a. in den fünf Jahren von 1996 bis 2001 auf durchschnittlich 2,9 % p.a. im nachfolgenden Zeitraum bis 2007 fast verdreifacht.
Energie aus Öl und Gas
Wegen fehlender Alternativen werden weiterhin die fossilen Energieträger den Hauptteil der Energieversorgung liefern. Öl und Gas behaupten zusammen einen Anteil von knapp 60 %. Die starke Nachfrage in Verbindung mit einem limitierten Angebot erklärt den kräftigen Anstieg der Energiepreise.
Ölpreis über Langfristniveau
Beispielsweise stiegen die Ölpreise der Sorte Brent von rund 10 US-Dollar pro Barrel (Fass mit 159 Litern) Anfang 1999 um das Vierzehnfache auf rund 140 US-Dollar pro Barrel im Sommer 2008. Zwar ist im Zusammenhang mit der internationalen Finanzmarktkrise der Ölpreis bis Anfang November 2008 zunächst auf unter 60 US-Dollar pro Barrel gesunken, liegt damit jedoch immer noch signifikant über dem Niveau der gesamten neunziger Jahre und der ersten fünf Jahre des laufenden Jahrzehnts.
IEA erhöht Prognose
Trotz der momentanen Weltwirtschaftslage geht die International Energy Agency (IEA) in ihrem aktuellen Bericht vom November 2008 davon aus, dass der Ölpreis zwischen 2008 und 2015 bei durchschnittlich über 100 US-Dollar pro Barrel liegen wird. Gleichzeitig hat die IEA ihre Prognose für den Stand des Ölpreises im Jahr 2030 auf über 200 US-Dollar pro Barrel erhöht.
Moderne Versorgungsschiffe stark nachgefragt
Die Versorgung der Bohr- und Förderplattformen wird von Spezialschiffen übernommen: Plattformversorgungsschiffe (engl. Platform Supply Vessels, PSV). Sie sind zu einem unverzichtbaren Bestandteil im Logistiksystem rund um die Energiegewinnung geworden. Aufgrund der Zunahme der Förderaktivitäten und der stark gestiegenen technischen
Anforderungen kann in den kommenden Jahren ein bedeutender Anstieg der Nachfrage nach modernen Plattformversorgungsschiffen erwartet werden.
Einsatzgebiete und Charterratenentwicklung
Potentielle Einsatzgebiete für Plattformversorgungsschiffe sind insbesondere die Nordsee und Westafrika, aber auch die Regionen Asien-Pazifik, Brasilien, der mittlere Osten und Lateinamerika.
Transparenter Nordsee-Markt
Der Nordsee-Markt ist der transparenteste aller Offshore-Märkte. Zum einen unterliegt er nicht einer besonderen Gesetzgebung wie beispielsweise der US-Markt, wo im US-Teil des Golfes von Mexiko nur US-Schiffe operieren dürfen. Zum anderen hat der Nordsee-Markt auch ein sehr großes Volumen, so dass hier viele Anbieter und Nachfrager aufeinandertreffen. Charterer sind üblicherweise die großen Ölgesellschaften sowie auf die Förderung und Verarbeitung von Öl spezialisierte Firmen.
Charterraten auf hohem Niveau
Die Charterraten für Plattformversorgungsschiffe, die für 30 Tage oder darüber verchartert werden, liegen zur Zeit auf einem sehr hohen Niveau. Für Schiffe mit 500 bis 749 Quadratmetern Decksfläche wurden im Oktober 2008 in der Nordsee rund US$ 25.000 pro Tag bezahlt. Im sehr kurzfristigen Bereich wurden sogar Raten in Höhe von bis zu US$ 50.000 pro Tag und mehr vereinbart. Im Vergleich dazu wurden während der Asienkrise in den Jahren 1998 und 1999 nur US$ 5.000 bis US$ 10.000 gezahlt. Auch im Vergleich der letzten zwanzig Jahre liegen die derzeit bezahlten Raten auf einem sehr hohen Niveau.
Ausblick
Das Offshore-Geschäft ist durch viele kurzfristige und saisonale Einflüsse gekennzeichnet. Dieser Umstand macht sich in teilweise kräftigen Ratenschwankungen für die Offshore-Schiffe bemerkbar. Auch für die Zukunft muss weiter mit volatilen Ratenbewegungen gerechnet werden.
